Der Weihnachtsmann, wie wir ihn heute kennen – fröhlich, rundlich, mit rotem Mantel, weißem Bart und schwarzen Stiefeln – wirkt wie eine uralte Figur. Tatsächlich ist dieses Bild erstaunlich jung. Geprägt wurde es nicht von Legenden oder Märchen, sondern von einer Werbekampagne: Coca-Cola.
Zwar gab es schon vor Coca-Cola Darstellungen des heiligen Nikolaus und des amerikanischen „Santa Claus“, doch sie waren uneinheitlich. Mal trug er braune oder grüne Kleidung, mal wirkte er streng, mal fast furchteinflößend. Erst in den 1930er-Jahren änderte sich das grundlegend. Coca-Cola beauftragte den Illustrator Haddon Sundblom damit, einen Weihnachtsmann zu schaffen, der freundlich, menschlich und nahbar wirkt – jemand, der nach der Geschenkverteilung auch gern eine Cola trinkt.
Sundblom ließ sich von dem Gedicht „A Visit from St. Nicholas“ inspirieren und zeichnete einen warmherzigen, lächelnden Santa in leuchtend roter Kleidung – zufällig exakt in den Farben der Marke. Über Jahrzehnte hinweg erschienen diese Illustrationen in Anzeigen, Plakaten und Zeitschriften und prägten das Bild des Weihnachtsmanns weltweit.
Coca-Cola hat den Weihnachtsmann nicht erfunden, aber sein modernes Erscheinungsbild entscheidend geformt. Aus einer lose definierten Figur wurde ein globales Symbol für Weihnachten. Ein Paradebeispiel dafür, wie Werbung nicht nur Produkte verkauft – sondern Kulturgeschichte schreibt.
