Die neue Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz stand von Minute eins an unter Druck. Der CDU-Parteichef wird erst im zweiten Wahlgang zum Kanzler gewählt, ein bisher einmaliger Vorfall in der Geschichte der Bundesrepublik. Und das mit einer hauchdünnen Mehrheit, die kaum Fehler verzeiht. Was politisch ein Warnsignal ist, ist wirtschaftlich eine Bewährungsprobe.
Denn die Ausgangslage ist sehr ehrlich: drei Jahre Stagnation, hohe Energiepreise, Investitionsflaute, Frust im Mittelstand, eine überbordende Bürokratie. Dem stellt die neue Bundesregierung einen Koalitionsvertrag mit vielen Versprechen gegenüber; „Gründer-Nation“, „Potentialwachstum über ein Prozent“, „Mittelstandsland bleiben“. Bei solch großen Worten, aber sehr begrenzten Spielräumen ist die Frage nach der Umsetzbarkeit sofort im Raum. Genau hier entscheidet sich, ob diese schwarz-rote Regierung Stabilität zurückbringt oder selbst in bester Ampel-Manier Teil des Problems wird.
Unsere Analyse setzt genau dort an, wo politische Sonntagsreden enden:
- Was ist von den wirtschaftspolitischen Ankündigungen bereits umgesetzt, was ist auf dem Weg und was ist unter den Tisch gefallen?
- Welche Entlastungen sind in Unternehmen, bei Gründern und im Mittelstand real angekommen? Welche existieren (bislang) nur auf dem Papier?
- Und vor allem: Reicht das alles, um Vertrauen, Investitionen und das ersehnte Wachstum zurückzuholen?
Die wirtschaftspolitische Bilanz der Bundesregierung wird einen entscheidenden Faktor in der Entscheidung spielen, ob die Narben, die die schwarz-rote Koalition bereits davongetragen hat, schnell verheilen oder aufreißen.
Wer verstehen will, wie belastbar die neue Regierung wirklich ist und was ihre Politik konkret für Unternehmer und insbesondere für Start-Ups bedeutet, findet die Antworten nicht in den unzähligen Schlagzeilen der täglichen Medienlandschaft, sondern in der Tiefe.
